Peschae - 4-lefanz

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Portrait von Peter Wyss
 
Es gibt diesen uralten Witz: Peter hat eine Audienz beim Papst. Normalerweise wird der Pilger vom Papst innert 3 Minuten abgefertigt, aber Peter, mit seinem umwerfenden Redetalent, bringt es natürlich fertig, dass der Papst während mindestens zwei Stunden förmlich an Peters Lippen hängt. Ein Journalist macht von dieser Szene ein Foto, und dieses Foto wird in der New York Times veröffentlicht. Als Barak Obama beim Frühstück die Zeitung liest, fragt er seine Frau: „Schatz, wer ist auf diesem Foto eigentlich dieser Typ neben Peter Wyss?“
Genauso verhält es sich mit Peter. Ich kenne niemanden, der ihn nicht kennt. Vermutlich ist er weltweit bekannter als „Ricola Kräuterzucker“. Weshalb das so ist, weiss kein Mensch. Wahrscheinlich begann das schon vor 61 Jahren, am 2. Januar 1949, als Peter zur Welt kam. Ich gehe davon aus, dass Peter im Gebärsaal anstatt herzhaft zu brüllen, faule Witze unter der Gürtellinie zum Besten gab. Nun ja, vielleicht hat er auch mit der Hebamme geflirtet, wer weiss das heute noch so genau?
Über Peters Kindheit bin ich nur schlecht informiert, wuchs er doch Lichtjahre entfernt von mir in Binningen auf. Man hört seine Herkunft durch seinen Beinahe-Stadtdialekt heraus, wenn er redet, und reden ist Peters Lieblingsbeschäftigung. Darin ist er absolut unschlagbar. Nicht nur in seinem Vorstadtdialekt. Peter beherrscht unendlich viele Fremdsprachen perfekt, als da sind: Zürridüütsch, z’Bäääärndüüüütsch, dar Pündnerdialäägd (huuregatüüüüf), l’alsacien (Gottverduschmi), s’Sanggallerdüütsch, z’Wollisserdiitsch, z’Gloornertüütsch, und natürlich Altbaaaseldyytsch! Ausserdem äfft er mit viel Erfolg den deutschsprechenden Romand, Holländer und Italiener nach. Am besten imitiert er aber den sächselnden Deutschen, und den radebrechend deutsch parlierenden Schweizer Sri Lankischen Ursprungs. Man frage mich bitte nicht, wie oder wo er dieses Können erworben hat, aber am Ausspruch eines berühmten englischen Romanhelden: “Fremdsprachen erlernt man am besten im Bett mit einer Eingeborenen…“ dürfte etwas dran sein. Abschliessend kann ich aber bestätigen, dass Peter seit vielen Jahren keine neuen Dialekte mehr erlernt hat. Ja, ja: „Ver non semper viret…“ („Der Frühling blüht nicht ewig…“) wie der Lateiner bedauernd zu sagen pflegt, oder: „Im Alter frisst die Katze am liebsten zuhause…“
Peter schreibt auch gute Cabarétnummern und ab und zu eine Lied, und im hohen Alter von etwa 60 Jahren hat er es dank der liebevollen Fördermassnahmen seiner unendlich geduldigen und nachsichtigen Gesangsgenossen (damit meine ich Rolf, Zopf und hauptsächlich meine Wenigkeit) tatsächlich geschafft, seine Witze oberhalb der Gürtellinie anzusiedeln…meistens wenigstens…
Peters Fähigkeiten beschränken sich nicht nur auf seine sprachlichen Talente, er ist auch ein guter Sänger, und er spielt Gitarre. Mit Zopf zusammen hat er das beliebte Duo „Karibum“ gegründet, welches ausschliesslich berndeutsche Kleinkunst zum Besten gibt. Werke von Mani Matter, Jakob Stickelberger und Anderen werden dabei originalgetreu interpretiert. Das reicht ihm aber noch nicht. Gemeinsam mit Rolf tritt er unter dem Namen „Snails“ auf. Vereint zelebrieren sie die heile Welt der Cowboys, Sie wissen schon: „Country rooouds, take me hoooum…“ und so weiter. Man riecht ihn förmlich, diesen Mief von Pferdeschweiss und Pferdedung, angereichert mit einer dezenten Duftnote ungewaschener Präriehelden, wenn die Beiden losschluchzen. Go on Cowboys, kann ich dazu nur sagen…

Verfasst vom Gruppenpsychologen und - Betreuer M.H
   
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü